Die Kunst kein Egoist zu sein

Ich hab das Buch vor einigen Jahren zum ersten Mal gelesen und danach immer wieder. Es ist ein Vergnügen, wie Precht hochkomplexe philosophische Themen spielerisch und leicht verständlich näher bringt. Diese Zusammenfassung wird dem Autor nicht gerecht, kann sie nicht werden. Ziel dieses Blogs ist, Interesse zu wecken und die Inhalte des Buches näher zu bringen. Den „wahren“ Precht muss man selbst lesen.

Erhältlich bei: Die Kunst kein Egoist zu sein

Der Autor bemüht am Anfang in der Frage, was denn „Moral“ sei, die Philosophen mit Rang und Namen: David Hume, Platon, Aristoteles – nicht zu vergessen die Neurologie, aber auch Theologen und Moralphilosophen wie Thomas von Aquin. Die Frage, die Precht stellt, ist: Ist der Mensch böse oder nicht? Oder etwa gar nichts? Wird der Mensch getrieben von Egoismus, Gier, Machtinstinkt, Eigeninteresse? Sind seine Instinkte nur schlechtes und verderbliches? Wenn der Mensch – nach Platon – eigentlich das Gute, Schöne und Edle sein soll, warum läuft so vieles schief?
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das seine Taten vor sich selbst rechtfertigt. Die Mittel der Rechtfertigung nennt man „Gründe“. Das Universum der Moral besteht nicht aus Genen, sondern aus Gründen….
Warum gibt es den Widerspruch zwischen dem, was wir glauben, zu sein und dem, was wir tun? Warum schaffen wir es, unsere guten Vorsätze zu vertagen und uns permanent Rechtfertigungen zu verschaffen, WAS wir tun? Wie schaffen wir es permanent, unsere „guten Taten“ zu vertagen und zu verdrängen?
Der Autor versucht einen kritischen Blick auf die Entwicklung der Menschheit – und die damit einhergehende Vernichtung von Ethik bzw. Moral. Er beginnt mit der Untersuchung der Ethik und beginnt bei Platon, um über Aristoteles und Kant in die heutige Zeit zu gelangen. Er stellt die Frage – und die scheint mir besonders interessant: Was hindert Menschen eigentlich daran, moralisch zu sein? Und er zeigt die Diskrepanz zwischen moralischem Denken und dem tatsächlichen Handeln, etwas, was Steven Covey in „Sieben Wege zur Effektivität“ schon thematisierte.
Precht untersucht die Mechanismen, die dazu führten, das wir in einer Zeit der Ent-Moralisierung und Ent-Solidarisierung leben und zeigt auf, dass eine Umkehr unumgänglich notwendig wird.
Im letzten Teil stellt er Ideen vor, wie eine Entwicklung in eine moralischere Gesellschaft möglich sein könnte.
Diese Buchvorstellung wird also eine Fortsetzungsgeschichte – dem interessierten Leser wünsche ich viel Spaß damit.

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